Analphabetismus im Erwachsenenalter bekämpfen: Neue Konzepte und Entwicklungen

23.09.2009 18:15 Uhr - Bildung, Training Diese
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Analphabetismus im Erwachsenenalter bekämpfen:  Neue Konzepte und Entwicklungen

Analphabetismus im Erwachsenenalter bekämpfen:

Neue Konzepte und Entwicklungen

 

Tagung „Besser spät als nie… Alphabetisierung stärken“ am 25. September an der Universität Mainz

 

(Mainz, 23. September 2009, lei) Schätzungen zufolge können in Deutschland etwa vier Millionen Menschen nicht ausreichend lesen und schreiben. Oft kommen noch weitere Defizite hinzu. „Die Betroffenen können beispielsweise kein Formular ausfüllen oder keinen Geldautomat bedienen“, erklärt Dr. Markus Höffer-Mehlmer vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz. „Auch das Ausfüllen eines Stimmzettels wie zum Beispiel jetzt bei der Bundestagswahl kann Probleme bereiten.“ In hoch entwickelten Ländern wie Deutschland führen Bildungsmängel beim Lesen und Schreiben häufig zu Ausgrenzung, vor allem auf dem Arbeitsmarkt, und bedeuten einen erheblichen Verlust von Lebensqualität. „Wir müssen deshalb neben der Prävention im Schulalter auch im Erwachsenenalter Bildungsbenachteiligung weiter abbauen und Grundbildung für alle ermöglichen“, fordert Höffer-Mehlmer, der das Forschungsprojekt „Alphabetisierung und Bildung“ (AlBi) leitet. Neue Konzepte und Entwicklungen, um Analphabetismus zu bekämpfen, werden am 25. September bei einer Tagung in Mainz vorgestellt, zu der 130 Praktiker aus verschiedenen Bereichen erwartet werden.

 

Bei funktionalen Analphabeten besteht das Problem, dass sie trotz Schulbesuch nie richtig Lesen und Schreiben gelernt haben. Um dieses Problem anzugehen, werden seit etwa 30 Jahren vor allem von den Volkshochschulen Alphabetisierungskurse angeboten. Bei der bevorstehenden Tagung werden der neueste Forschungsstand und Erfahrungen aus dem In- und Ausland zum Thema Alphabetisierung und Grundbildung vorgestellt. Am Nachmittag finden Workshops mit starkem Praxisbezug statt, um die Grundbildung und Alphabetisierung in der Region voranzutreiben.

 

„Der Titel der Tagung ‚Besser spät als nie‘ ist Programm“, so Projektleiter Markus Höffer-Mehlmer. „Die Lernmöglichkeiten von Erwachsenen werden auch im Bereich von Grundfertigkeiten nicht mehr so gering eingeschätzt wie in früheren Zeiten. Diese Möglichkeiten gilt es zu nutzen. Ein ugandisches Sprichwort trifft den Sachverhalt recht gut: Die beste Zeit einen Baum zu pflanzen war vor 15 Jahren. Die zweitbeste ist jetzt.“

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im Rahmen der Weltalphabetisierungsdekade der Vereinten Nationen einen Förderschwerpunkt eingerichtet, um die Forschung und Entwicklung in der Alphabetisierung und Grundbildung voranzutreiben. Zu den geförderten Projekten gehört das Projekt Alphabetisierung und Bildung (AlBi), in dem zwei Universitäten und zwölf Verbände bzw. Träger der Weiterbildung aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland zusammenarbeiten.

 

Kontakt und Informationen:

PD Dr. Markus Höffer-Mehlmer

Institut für Erziehungswissenschaft

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Tel. +49 6131 39-20465

Fax +49 6131 39-20462

http://www.uni-mainz.de/FB/Paedagogik/

http://www.uni-mainz.de/downloads/Flyer_ALBI_Tagung_25-09-09.pdf

Verantwortlicher Pressekontakt:
Petra Giegerich
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit
55099 Mainz
Tel.: +49 6131 39-20047
Fax: +49 6131 39-24139
PRESSEKONTAKT:
Firma: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Agentur: DailyNet Service

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