| 25.06.2008 16:10 Uhr - Politik |
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Wolfgang Gehrcke: Auch noch mehr Soldaten werden den Konflikt in Afghanistan nicht lösen

0857 / 25. Juni 2008
Pressemitteilung von Wolfgang Gehrcke
Auch noch mehr Soldaten werden den Konflikt in Afghanistan nicht lösen
Zur geplanten Aufstockung des deutschen militärischen Engagements in Afghanistan erklärt der Sprecher für Internationale Beziehungen der Fraktion DIE LINKE, Wolfgang Gehrcke:
"Im achten Jahr der Militärintervention in Afghanistan nimmt der Widerstand gegen die Besatzung zu. Getragen wird er auch von afghanischen Stämmen, hauptsächlich von Paschtunen, aber auch von anderen, die von westlichen Militärs fälschlicherweise als Taliban bezeichnet werden, um sie als Feindeskräfte identifizieren zu können. Westliche Militäroperationen sind nicht erfolgreich und laufen ins Leere. Doch sie fordern immer wieder zu viele Opfer unter der Zivilbevölkerung.
Es sind nicht nur die Taliban, sondern zunehmend die stolzen Stämme Afghanistans, die sich gegen die Einmischung des Westens wehren. Die Karsai-Regierung ist im Lande äußerst unpopulär, weil sie von der Mehrzahl der afghanischen Bevölkerung als eine vom Ausland abhängige, fremdbestimmte Regierung empfunden wird. Mit diesem Hintergrund droht eher eine Vietnamisierung des afghanischen-Konflikts als eine Lösung.
Keine kommunikative Glanzleistung ändert etwas an den Tatsachen: Deutschland gerät mit der Entscheidung, das Bundeswehr-Kontingent weiter aufzustocken, immer tiefer in den afghanischen Sumpf. Und es wird mit jedem Tag schwerer werden, wieder herauszukommen. Die NATO setzt auf militärische Überlegenheit und die Warnungen verschiedenster Afghanistan-Experten, dass dieser Krieg militärisch nicht zu gewinnen ist, werden auch von der deutschen Politik in den Wind geschlagen.
Die Bundesregierung rechnet damit, dass der verstärkte Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zum Wahlkampfthema wird. Das muss er auch. Über die Frage, ob Deutschland mit noch mehr Soldaten am Hindukusch Krieg führen soll, müssen die Wählerinnen und Wähler entscheiden."
F.d.R. Christian Posselt
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