| 09.10.2008 09:45 Uhr - Recht & Gesellschaft |
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Die Niederlande und die gefährlichen Hunde. Die RAD ist außer Kraft gesetzt – aber was kommt danach?
Nun haben die Niederlande endlich ihre Gesetzgebung
geändert. War es bis Anfang Juni noch so, dass pitbullartige Hunde, die 36 äußerliche
Merkmalen erfüllten, sofort beschlagnahmt wurden und dann getötet werden
konnten, so wurde nun diese Regelung (RAD – Regeling Agressive Dieren) außer
Kraft gesetzt. Die zuständige Ministerin Verburg verkündete vor der Zweiten
Kammer, dass bis Anfang des Jahres 2009 ein neues Gesetz erfolgen solle, das
vorsieht, dass die Hunde über 35cm Schulterhöhe einen Wesenstest machen
müssten, egal welcher Rasse sie zugehörig sind. Sollte sich dann erweisen, dass
der Hund aggressiv ist, kann er weiterhin beschlagnahmt und euthanisiert werden.
Ansonsten könne jeder Hunde, gleich welcher Rasse, normal gehalten werden.
Nach Auskunft der niederländischen Botschaft können jetzt
auch Halter von so genannten Kampfhunden aus der Bundesrepublik wieder
einreisen, ohne Gefahr zu laufen, dass der Hund beschlagnahmt wird. Sie
schreibt hierzu wörtlich: „Am
1. Januar 2009 wird in den Niederlanden die neue Gesetzgebung in Bezug auf aggressive
Hunde in Kraft treten. Bis dahin dürfen alle Hunde in die Niederlanden
einreisen. Nur wenn ein Hund sich aggressiv verhält, kann dieser eingezogen
werden.“
Hundehalter, die sich für die Abschaffung der RAD eingesetzt
hatten, stellen sich allerdings die Frage, was grundsätzlich unter aggressiv
verstanden wird, welche Tests mit den Hunden gemacht werden sollen, wer die
Teste ausarbeitet, wer die Teste abnimmt. Gilt ein gegenseitiges Anbellen
bereits als aggressiv? Außerdem stellt sich die Frage, was passiert mit
Touristenhunden, die nach der niederländischen Auslegung als aggressiv gelten.
Eine Anfrage beim niederländischen Ministerium vom 18.
August 2008 blieb bisher unbeantwortet. Dies lässt den Schluss zu, dass das
Ministerium bisher noch keine konkrete Gesetzesvorlage hat und die Pläne wohl
noch recht nebulös sind.
So bleibt zu hoffen, dass die neue Gesetzgebung in den
Niederlanden den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft entspricht. So sagt Professor
Dr. Hackbarth, Leiter für des Institut für Tierschutz und Verhalten an der Tierärztlichen Hochschule Hannover: „Der Pitbull ist so bissig wie der Labrador“,
und Manfred Heise, der Initiator der Aktionsgemeinschaft Davids Revenge, die sich vehement für
die Abschaffung der RAD eingesetzt hat: “Jeder
Hund ist gefährlich, denn jeder Hund hat Zähne und jeder Hund kann beißen“.
Das bedeutet, es gibt keine gefährlichen Hunde sondern nur falsch erzogene
Hunde und damit ist der Ansatzpunkt nicht der Hund sondern immer nur der
Hundehalter.
Außerdem besteht jetzt die Hoffnung, dass auch Frankreich endlich seine völlig unhaltbares Gesetz und die nicht zu vertretende Praxis im
Hinblick auf die so genannten Kampfhunde überdenkt. Außer den Niederlanden gibt
es positive Beispiele in Europa, so die Schweiz und Österreich und auch mit
Einschränkungen die Bundesrepublik Deutschland. Hundehalter hoffen das
zutiefst.
Verantwortlicher Pressekontakt:Peter Löwisch
Journalist (DJU)
Eintrachtstr. 72-78
50668 Köln
Tel.: 0221/133782
Mobil 0172/4579183
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