| 06.06.2008 11:20 Uhr - Umwelt & Natur |
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Den Meeren geht die Luft aus. WWF zum Welttag der Ozeane.

WWF warnt: Den Meeren geht die Luft aus
Viermal mehr Todeszonen. Überdüngung und Sauerstoffmangel nehmen zu.
* TV-Footage (Tote Zonen und Algenblüten in der Ostsee), Graphiken und Fotos können Sie bei Ralph Kampwirth anfordern, Tel. 040-530200118
* Der Bericht "Atemlose Küstenmeere. Ein globales Problem der Weltmeere im 21. Jahrhundert" steht unter www.wwf.de/presse zum Download bereit oder kann per Email (kampwirth@wwf.de) angefordert werden.
Stralsund/Hamburg, 06.06.2008 - Zum Welttag der Ozeane am 8. Juni warnt ein neuer WWF-Bericht vor dem Ersticken der Küstenmeere. Die Zahl der vom Menschen verursachten sauerstofffreien Zonen hat sich zwischen 1995 und 2008 von 44 auf 169 nahezu vervierfacht. Betroffen ist eine Fläche von bis zu 200.000 Quadratkilometern Meeresboden. Hier ist nahezu kein Leben mehr möglich. Weitere 246 Gebiete gelten als gefährdet. Dies geht aus Angaben des World Resources Institute (WRI) hervor.
Aufgrund der unzureichenden Datenlage sind vermutlich sogar noch weitaus mehr und größere Regionen betroffen. Hauptursache für die Bildung sogenannter Todeszonen ist die zunehmende Überdüngung der Meere mit Nährstoffen aus der Landwirtschaft, aus Abfällen und aus der Verfeuerung fossiler Brennstoffe. Untersuchungen zeigen, dass vier Fünftel der US-Küsten und zwei Drittel der Küsten Europas unter einer zu hohen Nährstoffbelastung leiden.
"Wir nutzen die Ozeane ungestraft als Müllkippe und nehmen ihnen so die Luft zum Atmen. Neben Überfischung und Klimawandel ist der Sauerstoffmangel die größte Bedrohung der Weltmeere im 21. Jahrhundert", so Jochen Lamp vom WWF, Herausgeber des Berichts. Am stärksten betroffen ist die Ostsee mit etwa 42.000, in Spitzenzeiten sogar 90.000 Quadratkilometern toten Zonen. Auch vor der Küste Japans, im Golf von Mexiko, im Schwarzen Meer und in der Adria sind große sauerstofffreie Gebiete nachgewiesen.
Weitere große Todeszonen vermutet das World Resources Institute auch in den Küstengewässern Südostasiens und Chinas - noch fehlen allerdings die nötigen Daten. Die Folgen des Sauerstoffmangels sind drastisch: So gingen in den 1990er Jahren die Fischereierträge in der Bohai See vor der Küste Chinas um über 90 Prozent zurück.
Vor allem über die Flüsse gelangen Nährstoffe wie Phosphor und Nitrat in die Ozeane. Dort heizen sie das Wachstum von Pflanzen und anderer Organismen an. So kommt es beispielsweise zu übermäßigen Algenblüten. Später sterben die Organismen ab und verbrauchen den Sauerstoff am Meeresboden. Kommt es zu einem dauerhaften Sauerstoffmangel, wird das Ökosystem zerstört. Fische und Meerestiere verenden oder flüchten in intakte Regionen.
"Früher war die Ostsee klar. Heute ist sie trotz aller Rettungsversuche überdüngt und trüb. Die Sanierung muss in den Anrainerstaaten zur Chefsache werden", fordert Lamp. In diesem Sommer könnte es erneut zu heftigen Algenblüten kommen. "Algenteppiche an der Küste sind oft nur das sichtbare Zeichen einer ökologischen Katastrophe, die sich später am Meeresboden abspielt." Das Ostseewasser enthält heute acht Mal mehr Phosphor und vier Mal mehr Stickstoff als vor hundert Jahren.
Nährstoffeinleitungen ins Meer müssen weltweit drastisch reduziert werden, fordert der WWF. So müsse beispielsweise die EU aufhören, die Überdüngung der Ostsee mit Millionenbeträgen für die industrielle Landwirtschaft zu subventionieren.
Kontakt:
Jochen Lamp, Leiter WWF-Ostseebüro Stralsund, Tel. 0162-2914427;
Ralph Kampwirth, WWF-Pressestelle Hamburg, Tel. 0162-2914473
Ralph Kampwirth
Pressesprecher / Press Officer
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E-mail: kampwirth@wwf.de PRESSEKONTAKT:
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