| 04.12.2008 18:45 Uhr - Umwelt & Natur |
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PETA fordert bundesweites Verbot für Gehirnversuche an Affen
Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. schrieb vor kurzem Briefe an die Ministerpräsidenten der Länder Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, und forderte ein Verbot von grausamer Gehirnforschung an Affen an den Universitäten und Max-Planck-Instituten. Die Landesregierungen dieser Länder sollen dem positiven Beispiel des Bremer Senats folgen und grausame Versuche an Affen, die in der Hirnforschung leiden und sterben müssen, verbieten. „Die Versuche sind nicht nur äußerst grausam, sondern auch sinnlos, denn die Unterschiede zwischen dem Gehirn von Affen und Menschen sind zu groß“, so Dr. Tanja Breining, Biologin bei PETA Deutschland e.V.
Zusätzlich zum Bremer Senat verbot auch der Berliner Senat 2007 die geplante Hirnforschung an der Charité. Einem Antrag auf praktisch identische Versuche am Klinikum Großhadern in München wurde Ende 2006 ebenfalls die Genehmigung durch die zuständige Behörde verweigert.
Diese Studien werden meist an Javaraner-, Rhesusaffen und Makaken durchgeführt. Durch Trinkentzug zwingt man die Affen, stundenlang in einem „Affenstuhl“ still und fixiert zu sitzen, anschließend bohrt man ihnen den Schädel auf und führt Elektroden in das Gehirn ein. Ein Metallbolzen wird auf den Schädelknochen geschraubt, so dass der Kopf der Tiere an einem Gestell festgeschraubt werden kann. Die fixierten Tiere müssen auf einen Bildschirm schauen und dabei Aufgaben erledigen, z.B. bei bestimmten Bildern einen Hebel bedienen.
Laut PETA sind Studien an Affen nicht nur grausam sondern auch wissenschaftlich nicht sinnvoll. Moderne Technologien erlauben Einblicke in das menschliche Gehirn und detailgenaue Untersuchungen, z. B. mit modernen Verfahren wie Magnetresonanz- oder der Positronen-Emissionen-Tomographie. So kann die Verarbeitung von Nervenreizen im Gehirn von Freiwilligen untersucht werden. Diese Art der Forschung liefert Ergebnisse, um Patienten, die an Alzheimer, Parkinson oder anderen neurologischen Erkrankungen leiden, effizient und nachhaltig zu helfen.
„Ohne den Umweg über Versuche an Tieren wäre der medizinischen Fortschritt heute wohl wesentlich weiter“, sagt. Dr. Breining. Bislang hat sich noch kein Ministerpräsident zu PETAs Anfrage geäußert.
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