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EnBW waelzt Asse-Zeche auf den Steuerzahler ab

27.04.2009 17:03 Uhr - Umwelt & Natur Bei Facebook teilen Bei Xing teilen Diese Seite zu
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EnBW waelzt Asse-Zeche auf den Steuerzahler ab

Karlsruhe, 23. 04. 2009 - Greenpeace-Aktivisten protestieren heute vor der Hauptversammlung von EnBW gegen die Weigerung des Energiekonzerns, sich an der Sanierung des radioaktiv verseuchten Endlagers Asse finanziell zu beteiligen. Auf einem Banner vor der Stadthalle Karlsruhe steht geschrieben: \"EnBW-Atommuelllager Asse: Erst aufraeumen, dann Dividende zahlen!\". 63 Prozent der Radioaktivitaet im Endlager Asse stammen aus dem EnBW-Atomkraftwerk Obrigheim. Experten schaetzen die Kosten fuer die Sanierung der Asse auf ca. 2,5 Milliarden Euro. EnBW muesste somit anteilig 1,5 Milliarden Euro fuer die Sanierung bezahlen. Die Summe entspricht  ungefaehr der Hoehe des operativen Gewinns vor Steuern in Hoehe von 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2008.

\"Wenn EnBW mit dem Slogan \'Energie ist Verantwortung\' wirbt, dann sollte der Energiekonzern seinen Worten auch Taten folgen lassen. Stattdessen kommt jetzt jeder Steuerzahler umgerechnet mit knapp 50 Euro dafuer auf, dass EnBW seinen atomaren Muell billig in der Asse entsorgen konnte\", so Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler. \"Bevor EnBW Dividenden an Aktionaere auszahlt, muss der Atomkonzern erstmal die Sanierung der Asse mitfinanzieren\", fordert Edler. EnBW steigert die Dividendenzahlung an die Aktionaere auf der Hauptversammlung um 33 Prozent gegenueber dem Vorjahr auf 2,01 Euro pro Aktie.

Greenpeace widerlegt die bisherige Darstellung der Atomindustrie, Muell aus Atomkraftwerken sei nur in geringen Mengen in die Asse verklappt worden. Die Umweltschutzorganisation hatte bereits im Februar 2009 den Inventarbericht der Asse analysiert und belegt, dass mehr als 70 Prozent der Radioaktivitaet im maroden Salzbergwerk Asse II von atomaren Abfaellen aus Atomkraftwerken der vier grossen Energiekonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.on stammen. EnBW hat den weitaus groessten Anteil strahlenden Atommuells in die Schachtanlage gebracht.

Fast 90 Prozent des in der Asse eingelagerten radioaktiven Inventars stammen laut Statusbericht des Niedersaechsischen Umweltministeriums vom September 2008 aus dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK). Atomkraftwerke als Abfallverursacher werden hier nur mit einem Prozent des Gesamtinventars gefuehrt. Tatsaechlich haben die Atomkraftwerksbetreiber jedoch ihren Atommuell bei der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) innerhalb des FZK angeliefert. Durch den sogenannten Wiederaufarbeitungsprozess entstanden schwach- und mittelradioaktive Abfaelle, die anschliessend mit dem neuem Absender \"Forschungszentrum\" in die Asse transportiert wurden. So wurde der eigentliche Absender des Muells verschleiert.

\"Wer durch Atomstrom Milliardengewinne macht, der muss auch fuer die Kosten beim Atommuell voll aufkommen und darf diese nicht auf den Steuerzahler abschieben\", so Edler. Der Bundestag hat im Januar mit den Stimmen von CDU und SPD in der 10. Novelle des Atomgesetzes festgelegt, dass der Bund und damit die Steuerzahler fuer die Sanierungskosten in der Asse aufkommen muessen.

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