| 22.07.2009 13:30 Uhr - Umwelt & Natur |
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Todesgefahr für Duisburger Delfine durch zooeigene Luftballons - Demonstranten-Ballons vom Zoo kassiert
(Duisburg/Hagen/Radolfzell – 22.07.2009) Im Rahmen einer bundesweiten Aufklärungskampagne demonstrierten am Sonntag vor dem Duisburger Zoo das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) aus Hagen und ProWal aus Radolfzell gegen die Delfinhaltung in den Delfinarien und am Samstag in Münster. Große Banner waren gespannt und es wurden Flyer und Luftballons mit dem Motto „Zoo ohne Delfine“ verteilt. Der Ex-Fernseh-Trainer von Flipper, Richard O'Barry, der z.Zt. aufgrund des erfolgreichen Kinofilms "The Cove" auf Promotiontour in den USA und Australien unterwegs ist, unterstützt die deutsche Kampagne der Delfinschützer als Mitbegründer des WDSF.
Nach Aussage der Kundgebungs-Initiatoren von WDSF und ProWal erfüllt eine Haltung der sensiblen Tiere in den relativ kleinen Betonbecken niemals die biologischen Grundbedürfnisse der intelligenten Meeressäuger.
Die Delfinschützer verbuchten die Kundgebungen gegen die Delfinarien als Erfolg. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Wir haben mit unseren Informationen über die grausamen Ursachen der Delfinhaltung in beiden Städten mehr als Tausend Besucher erreicht und freuen uns, dass die meisten davon auf unser Anraten die Delfinarien nicht mehr besuchen wollen. Das war auch der Sinn unserer Luftballon-Aktion, denn wir wollten natürlich nicht, dass unsere mit den Warnhinweisen versehenen Luftballons in die Delfinarium gelangen.“
Die Luftballons der Delfinschützer wurden den Kindern nach Betreten des Zoos in Duisburg von Zoo-Mitarbeitern jedoch wieder abgenommen – angeblich freiwillig. Stattdessen erhielten sie eigene Zoo-Ballons mit der Aufschrift „Zoo Duisburg“ und dem Delfinsymbol. Offenbar besuchten diese Kinder mit ihren Eltern doch das Delfinarium, denn im Delfinarium selbst schwebte mindestens einer dieser mit Gas gefüllten Luftballons des Zoos direkt unter dem hohen Dach über dem Delfinbecken in der Nähe der heißen Flutlichtstrahler.
Andreas Morlok von ProWal: „Diese zooeigenen Gummiballons im Delfinarium sind eine Todesgefahr für die Delfine. Das Gas entweicht innerhalb von 24 Stunden und die Ballons mit den Plastikbändern fallen dann in das Delfinbecken, wo sich zwei unerfahrene Jungtiere und vier ausgewachsene Delfine jederzeit aufhalten können und die Ballons als Nahrung betrachten, zumal sie es gewohnt sind, gefüttert zu werden. Während die Besucher durch den Trainer recht dürftig über die biologischen Eigenschaften und die Gefahren durch Fischernetze in freier Wildbahn aufgeklärt werden, schwebte die Gefahr für die Delfine in Duisburg direkt über ihnen.“
Besucher dürfen bei Betreten des Delfinariums keine Speisen mit hinein nehmen, denn diese könnten eine Infektionsgefahr für die Delfine darstellen, wenn sie in das Becken gelangen. Die Zoo-Ballons wurden den Kindern allerdings belassen, denn man wollte ihnen offenbar nicht ein zweites Mal, wie am Haupteingang, den Ballon wieder wegnehmen.
WDSF-Chef Ortmüller machte den Delfintrainer Roland Edler auf die Gefährlichkeit des schwebenden Gasluftballons aufmerksam und forderte die sofortige Sperrung des Beckens für die Delfine, um diese nicht zu gefährden. Edler hatte die Gefahr noch gar nicht erkannt, lehnte eine Sperrung ab und versprach, den Ballon, der unter dem rund 15 Meter hohen Hallendach schwebte, nach Feierabend zu entfernen.
Tatsächlich sind bereits mehrfach, wie im Nürnberger Delfinarium, Delfine durch die Unvernunft von Zuschauern gestorben. In ihren Mägen entdeckte man bei der Autopsie z.B. Geldmünzen.
Jürgen Ortmüller
Geschäftsführer WDSF
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